René Staar, Komponist

Die Entwicklung des Komponisten René Staar ist geprägt von der Einbindung des kreativen Elements in seine vielseitigen Aktivitäten als Geiger, Dirigent und Lehrer.
Einige Eckdaten zum Werdegang des Komponisten seien hier der allgemeinen musikalischen Karriere Staars gegenübergestellt.


1951 || 1962 || 1963 || 1965 || 1968 || 1972 || 1973 || 1974 || 1977 || 1979 || 1981 || 1982 || 1986 || 1987 || 1988 || 1990 || 1991 || 1992 || 1993 || 1994 || 1995 || 1996 || 1997 || 1998 || 1999 || 2000 || 2001 || 2002 || 2003
Geburtsdatum: 30. Mai 1951
Beginn des Musikstudiums bei den Eltern im Alter von vier Jahren
Erste Kompositionsversuche
1962-63 Besuch der Östermalms Musikskole Stockholm
Gleichzeitig Studium der Musiktheorie bei Walter Wasservogel
seit 1963 in Wien Geigenstudium bei Franz Samohyl
ab 1965 Studium Harmonielehre und Kontrapunkt an der Akademie für Musik und darstellende Kunst (später Hochschule) in Wien
1968/69 Gaststudium an der Sibelius-Akatemia in Helsinki bei Anja Ignatius (Violine) und Izumi Tateno (Klavier)
Konzertdebuts in Helsinki mit Sibelius Violinkonzert und als Pianist mit den Scherzi von Chopin
Nach der Rückkehr von Helsinki weitere Kompositionsstudien bei Alfred Uhl, Zwölftonmusik bei Erich Urbanner, Stilistik Neuer Musik bei Francesco Valdambrini
Weiterstudium bei Franz Samohyl
Konzertdebüt in großen Musikvereinssaal in Wien mit Mendelssohns Violinkonzert, Dirigierstudium bei Hans Swarovsky und Karl Österreicher seit 1972,
1973 Preisträger beim Lissabonner Bach-Mozart Wettbewerb
1973 Abschluss des Kompositionsstudiums,
Aus dieser Zeit stammen die ersten noch heute vom Komponisten akzeptierten eigenen Werke.
1974 Abschluss des Violinstudiums und Beginn einer langjährigen Tätigkeit als Assistent seines langjährigen Lehrers Franz Samohyl.
August 1975 Solist beim Leonard Bernstein Geburtstagskonzert beim Carinthischen Sommer in Anwesenheit "Lennies"
1975 nach dem Tod Hans Swarovskys Unterbrechnung des Dirigierstudiums.
Ab 1974 Unterrichtswerke für zwei Violinen, die er später selbst gerne im Konzert spielt
1977-79 postgraduelles Studium bei Nathan Milsteins Meisterkursen in Zürich, 1977 Wiederaufnahme des Dirigierstudiums mit Abschluss 1980
Ausweitung der Konzerttätigkeit als Geiger, drei Violinabende in Wien, Konzerte mit den Wiener Symphonikern, dem ORF Symphonieorchester (Uraufführung des 3. Violinkonzerts von Robert Schollum), Konzerte in der Schweiz, den Niederlanden, der USA
1979 Begründer des Trio des Trois Mondes, das bis 1981 existiert
Ab 1977 bis 1980 postgraduelles Studium bei Roman Haubenstock-Ramati, Hauptwerk dieser Zeit: Fantasie für 4 Bratschen, Beginn der Structures Op.7, die 1981abgeschlossen werden.
1981 Übersiedlung nach Genf, dort als freischaffender Künstler und Komponist tätig
Komposition der Movimientos para Don José Haydn für das Wiener Kammerorchester,
Konzeption von "Just an Accident? A Requiem for Anton Webern and Other Victims of the Absurd" zusammen mit dem amerikanischen Textautor Alan Levy, UA der Kammerversion 1983 in Wien
Mitbegründer des Niederösterreichischen Fest der Neuen Musik (1982-84), dem Staar als Interpret wie als Komponist gleichermaßen dient
In dieser Zeit intensive Auseinandersetzung mit der Violin-Klavier-duoliteratur, Entdeckung und Aufnahmen zahlreicher Raritäten (Sonaten von Roussel, Elgar, Saint-Saens, Villa-Lobos, Rodrigo, Ives, Bruno Walter, Hindemith), zahlreiche Recitals, so Debut in Paris, Salle Gaveau, 1984, New York, Alte Oper Frankfurt 1984, Zusammenarbeit mit dem Ensemble 20. Jahrhundert Wien (u.a. als Solist beim Berg Kammerkonzert zu Bergs 100. Geburtstag), und intensive Beschäftigung mit Meisterwerken des 20. Jahrhunderts.
1986 Komposition des ersten Teils der Fragmente eines Traumspiels für das eine Schwedentournée des Ensemble 20. Jahrhundert unter Peter Burwik
Neufassung von "Just an Accident?" für das 50jährige Jubiläum des Bestands des New Orleans Symphony Orchestra, dort UA unter Philippe Entremont.
September: Die Stadt Wien verleiht René Staar den Ernst Krenek Preis für das Werk im Beisein Kreneks und des Textautors Alan Levy
Schwedenreise mit dem Ensemble 20. Jahrhundert als Solist des eigenen Werks "Fragmente eines Traumspiels"
USA: Recitaltournee (mit Recitaldebut in Carnegie Recital hall und Abhaltung von Meisterklassen an der UCSB und der Philips Exeter Academy)
Uraufführung der Danse Vision I in New York, Carnegie Recital Hall
1987 Vorübergehende Rückkehr nach Wien
1987 Kompositionsauftrag des Musikprotokolls des Steirischen Herbst
1987 Gründung des Ensemble Wiener Collage gemeinsam mit den Komponisten Eugene Hartzell und Erik Freitag
Erstes Konzert des Ensembles beim Musikprotokoll des Steirischen Herbst
1987-94 Mitglied der Wiener Streichersolisten
UA der Erstfassungen der "Lieder der Liebe und der Sehnsucht", sowie von "ich bin es ohne daß es mir gleicht" beim Musikprotokoll
1988 Guest Lecturer der UCSB, Konzerte in Frankreich, Recitaltournee nach England und Irland
1988 endgültige Rückkehr nach Wien
seit Herbst 1988 Mitglied des Wiener Staatsopernorchesters, 1990-94 Geschäftsführer der Wiener Streichersolisten1990. Als Ratgeber des Wiener Jugendstiltheaters gelingt es Staar, das Tokyo International Music Ensemble nach seinem Auftreten beim Japanschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse nach Wien zu verpflichten. Bald nach dem erfolgreichen Projekt endet die Zusammenarbeit mit dem Jugendstiltheater.
1990/91 Komposition der Erstfassung der "Metamorphosen eines Labyrinths" für die Wiener Streichersolisten, Uraufführung des Werks 1991 beim Festival de Paris mit dem Komponisten als Solisten, Kompositionsbeginn des "GEMINI"-Zyklus
im Mozartjahr 1991 wird das Ensemble Wiener Collage eingeladen, in Japan und in den USA Mozart und zeitgenössische Österreichische Komponisten zu präsentieren
1992 Österreichische Erstaufführung der "Metamorphosen eines Labyrinths" im Zyklus des Wiener Musikvereins zum 150jährigen Jubiläum der Wiener Philharmoniker
Das Ensemble Wiener Collage gestaltet unter Leitung René Staars bei den Wiener Festwochen 1992 beim Musikfest des Wiener Musikvereins das Ernst Krenek Gedenkkonzert auf Wunsch der Witwe Kreneks
Im November 1992 wird eine Neufassung der "Metamorphosen eines Labyrinths" in Tokyo durch die Wiener Streichersolisten uraufgeführt
In einer Art "Schaffensrausch" schreibt der Komponist drei verschiedene Werke zwischen Dezember 1992 und Juli 1993: "Metropolitan Midnight Music" für großes Orchester, "La fontaine du sang" für Violine und Orchester (2000 für Kent Nagano und sein Deutsches Sinfonieorchetser Berlin umgearbeitet) und die sechs Skizzen für Streichquartett "Versunkene Träume".
Juni 1993: Das Ensemble Wiener Collage macht sein erstes Dialogsymposion mit österreichischen und slowakischen Komponisten in Dolna Krupa, weitere Symposien finden1994 in Odessa und 1996 in Mailand und Salzburg statt.
November 1993: Uraufführung der "Versunkenen Träume" beim Quartettzyklus des Küchlquartetts im Wiener Musikverein
Frankreichtournee der Wiener Streichersolisten unter Leitung René Staars
Ab Herbst 1994 Gastprofessur an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz
Ensemble Wiener Collage: Wysockiportraitkonzert in Wien zu seinem 50. Geburtstag
Herbst 1994: Komposition und Uraufführung der "Europafanfaren" und des 5ème Divertissement Suisse (Erstfassung)
Seit April 1995 Leiter und Dirigent des Ensemble Graz-St. Petersburg, das ein Streichorchester in der Größe von 26 Musikern ist, das aus Studenten der Musikhochschulen von Graz und St. Petersburg gebildetwird. Konzerte in Graz und St. Petersburg mit dem Ensemble
1995:
Auf Anregung von Christoph von Dohnanyi Beginn der Komposition der "Klischées"
Veröffentlichung der ersten CD des Ensemble Wiener Collage mit Werken von Zdzislaw Wysocki. Erstauftreten des Ensembles beim melos-ethos Festival in Bratislava.
1996: Fertigstellung der "Bagatellen auf den Namen György Ligeti" für Klavier. Musikwissentliche Sonderausgabe (Hrg. Sigrid Wiesmann) durch den Verlag ContempArt im Jahr 2001 als 1. Band der "Gesammelten Werke" zum 50. Geburtstag des Komponisten
Konzerte des Ensemble Wiener Collage in Mailand und der Türkei. Konzert bei den Hörgängen im Wiener Konzerthaus unter Leitung von Friedrich Cerha, der sein für das EWC geschriebenes Werk "Concertino" dirigiert. In der Saison 1995/96 präsentiert das EWC insgesamt 24 Uraufführungen
Kompositionsauftrag von Wien Modern für das Werk "Rinne-ten-sho" für das Konzert des Tokyo International Music Ensemble am 11. November im Mozartsaal Wien
Erstauftreten des neugegründeten Ensembles "Wien-Paris" zusammen mit dem französischen Pianisten Roger Muraro. Das Ensemble widmet sich der Klavierquartett- und Klavierquintettliteratur.
1997:
Marathonkonzert des Ensemble Wiener Collage aus Anlaß seines 10jährigen Bestehens - Konzerte in Budapest, Triest und Rom
1998:
Herausgabe der CD: 10 Jahre Ensemble Wiener Collage
Seit der Teilnahme des EWC am Eröffnungsfestival des Arnold Schönberg-Centers ständige Zusammenarbeit durch einen eigenen Zyklus des EWC im Center.
Ausserdem Konzerte in Lissabon und beim Kontraste Festival in Lviv
1999: Gesamturaufführung der Bagatellen auf den Namen "György Ligeti" im Arnold Schönberg Center am 3.3.1999 durch Johannes Marian
Produktion "Da Capo al Capone" als Gemeinschaftsproduktion des K&K Experimentaltheaters und des EWC Collage aus Wörtern, Bildern und Tönen von Dieter und Ulrich Kaufmann, Erik Freitag, Georg Amanshauser, Amy Leverenz, Eugene Hartzell und René Staar.
2000: Konzert EWC in der Kölner Philharmonie mit Werken von Cerha, Webern, Krenek, Wysocki, Pantchev, Bartok und Staar
2000: Beginn der Kompositionen der Cat Music
Beginn der Komposition "Descendences imaginaires"
Konzert EWC im Auftrag der Wiener Philharmoniker im Arnold Schönberg Center am Vorabend eines Gedenkkonzerts der Philharmoniker im Konzentrationslager Mauthausen mit Schönbergs "Ode an Napoleon", Werken von Krenek und Bartók
Konzerte in Bulgarien
EWC: Pierrot Lunaire mit Anja Silja als Sprecherin
Vollendung des ersten Bandes der Gemini Duette mit 15 Stücken.
Herausgabe des Gesamtbandes als 2. Band der Gesammelten Werke im Jahr 2001
EWC: Eugene Hartzell Gedenkkonzert
2002: 26. Mai UA La Fontaine de sang
Großer Sendesaal des SFB
Deutsches Symphonieorchester Berlin
Dirigent: Peter Hirsch, Solist.Tibor Kovac
2003: 27. Juni UA Hammabbul (Oratorium über Noah und die Sintflut)
Münchner Rundfunkorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks unter Marcello Viotti

29. Juni UA letzte Fassung Metamorphosen eines Labyrinths
bei den Weißen Nächten in St. Petersburg zum 300-Jahrjubiläum
der Stadt durch den Komponisten und die Wiener Streichersolisten

30. Juni finnische Erstaufführung desselben Werks beim Mikkilä Festival
Erstauftreten des Ensemble Wiener Collage bei den Salzburger Festspielen am 8. Augunst