NOTIZEN zu MINOTAURUS I für Violine Solo

Die Komposition der "METAMORPHOSEN EINES LABYRINTHS", eines Werkes, das René Staar auf Auftrag der Wiener Streichersolisten für eine Konzert beim "Festival de Paris" (1991) schrieb, führte den Komponisten auch zur Beschäftigung mit dem Lebewesen der altgriechischen Mythologie, das Bewohner des minoischen Labyrinths war. Es waren jedoch zwei Werke des 20. Jahrhunderts, die den eigentlichen Impuls zu Staars Kompositionen gaben: Pablo Picassos "MINOTAUROMACHIE" und Dürrenmatts Minotaurus-Ballade. Das erste Erwachen des Fabelwesens in einem Spiegellabyrinth (Dürrenmatt), die imaginären, zuweils unbeholfenen, aber auch elastisch erscheinenden Bewegungen jenes aus einem erotischen Fiebertraum gezeugten Tiermenschen, werden dabei in musikalische Bewegung, Tanz, umgesetzt. Rhythmusperioden, wie sie beispielsweise auch im Flamenco verwendet werden mit seinen verschiedenartigen Betonungen und Verschiebungen, Überschneidungen und Schwerpunktverlagerungen bestimmen dann den letzten Teil dieses imaginären Balletts für ein Instrument. Weitere Minotaurus-Stück sind geplant.