MONUMENTUM PRO THOMAS ALVA EDISON

Der Name Thomas Alva Edison steht als Synonym für Kreativität und Erfindungsgabe im Titel dieser durch das vom Komponisten gemeinsam mit Gottfried Hinker entwickelten Generative Computer Chord Program geprägten Komposition. Das Werk ist gleichsam ein Protokoll der Entwicklung dieses Computerprogramms, es zeichnet einzelne Stationen dieses auf Vergleich und Analyse, Umkehrungen, Transpositionen und Dispositionen verschiedener 3-6-stimmiger Akkorde aufgebauten Programms auf.

Dabei sind die einzelnen Teile verschiedenen Entwicklungsstadien des Programms zugeordnet und können auch in verschiedene Klangrealisationen einmünden. So ist das MONUMENTUM PRO THOMAS ALVA EDISON I das Resultat des ersten verwendbaren Programms. Es basiert ausschließlich auf Vierklängen, die in verschiedenen aus dem Akkordprogramm gefilterten Möglichkeiten miteinander kombiniert werden. Das kurze Stück ist in drei Abschnitte geteilt, die je zwei kontrastierende Teile umfassen und in drei verschiedene Perioden eingeteilt werden. Im ersten Abschnitt werden Akkorde miteinander verbunden, die drei gleiche Töne aufweisen. Drei dieser Akkorde werden zu einer Zelle verbunden, die dann insoferne von der nächsten Zelle abgesetzt werden, als keiner der Töne im ersten Akkord der nächsten Zelle wiederkehrt. Mehrere dieser Zellen verbinden sich dann zu einer Periode, die einer anderen Periode in derselben Weise entgegensteht. Es gibt also zwei kontrastierende Perioden, eine, die aus mehreren Akkorden umfassenden Zellen gebildet sind, die sich harmonisch voneinander absetzen, eine andere, deren Akkorde sich selbst voneinander absetzen. Drei dieser "Zweiheiten" bilden dann einen Abschnitt des Stücks.

Der Zellverlauf der ersten Perioden im zweiten Abschnitt ist dann aus je drei Akkorden gebildet, die zwei gemeinsame Töne aufweisen, der Zellverlauf der ersten Perioden im dritten Abschnitt letztendlich aus drei Akkorden, die einen gemeinsamen Ton aufweisen. Die jeweils zweiten Perioden bleiben konstant bei der zuvor geschilderten Akkordkontrastierung ohne gemeinsamen Ton. Dadurch werden suxessive die Unterschiede zwischen den ersten und zweiten Perioden kontrastärmer.

Die Anzahl der Zellen sowie die Anzahl der Akkorde innerhalb der Perioden sind von Fassung zu Fassung (denn der Komponist hat für jedes Stück verschiedene Klangrealisationen, bzw. "Abgüsse" vorgesehen) variabel, bleiben insgesamt jedoch konstant. So sind beispielsweise im ersten Teil des MONUMENTUMs I insgesamt 15 Zellen und 9 Akkorde vorgesehen. Diese teilen sich im ersten "Abguß" für Violine, Kontrabaß und Guitarre in 6 Zellen - 2 Akkorde - 4 Zellen - 4 Akkorde - 5 Zellen - 3 Akkorde ; im Abguß Nr.2 für Violine, Klarinette, Tenorsaxophon und Klavier in 5 Zellen - 3 Akkorde - 4 Zellen - 4 Akkorde - 6 Zellen - 2 Akkorde , im Abguß Nr. 3 für Violine, Viola und Violoncello in 5 Zellen - 4 Akkorde - 4 Zellen - 2 Akkorde - 6 Zellen - 3 Akkorde und an einer neuen formalen Konzeption für MONUMENTUM II und gemeinsam mit Gottfried Hinker an neuen Determinationen und Definitionen für das GCCP.

Sollten Sie Lust auf das klangliche Ergebnis dieser Arbeit haben, laden wir Sie hiermit ein, den Abguß Nr.1 des MONUMENTUM PRO THOMAS ALVA EDISON in der Fassung für Violine (es spielt der Komponist), Guitarre (Leo Witoszynski) und Kontrabaß (Michael Seifried) zu hören.
Die drei bisher entstandenen Abgüsse des MONUMENTUM I wurden 1998 und zu folgenden Terminen uraufgeführt: Abguß I im März 1998 in der Albertina Wien, Abguß II am 28.09.1998 im Wiener Karajan-Center und Abguß III am 27.11.1998 in Lissabon.

Monumentum pro T.A.Edison (1,5 MB)