Die Zeit bleibt nicht stehen, und ihre Musik auch nicht. Ein kreativer Musikunterricht ist die Basis für die Weiterentwicklung unserer Kunst, die den Träumen einen sicheren Rahmen geben kann.

Die Weitergabe von Kenntnissen und Erfahrungen war mir immer ein Anliegen. Zwischen 1974 und 1981 unterrichtete ich Violine an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, wobei ich als Assistent meines Lehrers Franz Samohyl dessen Klasse mit betreute.

1987/88 unterrichtete ich an der University of Santa Barbara (in Vertretung von Ron Copes, der ein »Sabbatical« genommen hatte). Zwischen 1995 und 2000 hatte ich an der Grazer Musikhochschule eine Gastprofessor inne, während dieser ich das Streichorchesterprojekt EYCOS leitete (bis 2008). Parallel dazu unterrichtete ich erneut an der Wiener Musikhochschule (Musikpädagogik).

Dazu traten Sonderprojekte der Wiener Philharmoniker wie Passwort: Klassik (eine Einführungsreihe für Schulklassen in die Konzerte der WPH) und die Mitwirkung bei der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Phillharmoniker; dies ebenso wie eine Tätigkeit als Dozent bei der Schönberg-Akademie für Komponisten und Musikwissenschaftler 2012 (im Arnold Schönberg Center) ergänzen die vielseitigen pädagogischen Ansätze, denen ich mich verpflichtet fühle.

Aus diesen sind auch einige pädagogische Werkentwürfe hervorgegangen, so der erste Band einer größer angelegten Violinschule.

Aus der Einleitung zu diesem Band:

»Dieses Werk will vielerlei sein: in erster Linie natürlich Unterrichtswerk, aus dem sich Lehrer spezifisch das auswählen können, was sie als nützlich und brauchbar für ihre Studenten ansehen; zugleich ist es aber auch ein progressives Nachschlagewerk zu den technischen und klanglichen Möglichkeiten des Violinspiels. Schließlich wirft es wie durch ein Kaleidoskop die unzähligen Möglichkeiten der Komposition für dieses vielfältige und großartige Instrument. Jedes der kurzen Stücke oder Duette, jede Übung oder Studie arbeitet mit einem fest umrissenen Partikel dessen, was wir insgesamt als Violintechnik bezeichnen, untersucht ihn unter verschiedenen Blickwinkeln und experimentiert mit ihm. Zuweilen wie unter dem Mikroskop oder mit Mitteln der Zeitlupe oder dem Zeitraffer wird hier die Koordination zweier so verschiedener Techniken wie Bogentechnik und Grifftechnik erarbeitet und weiterentwickelt. Auch das Denken an sich hat in diesem Werk seinen Platz. Nicht in Begriffen und Worten, sondern in Tonhöhen und Rhythmen, und nicht zuletzt ein Nachdenken über Arbeits- und Übemethodik. Das geplante Lehrwerk kann durchaus als Etüde über eine Kunst angesehen werden, die – trotz vieler oberflächlicher Zeiterscheinungen und den Einschränkungen des Musikunterrichts an vielen pädagogischen Lehranstalten – mehr denn je gepflegt werden sollte. Und nicht zuletzt will diese Sammlung dem jungen Studenten auch neuere und neueste Musik in vielfältiger Form nahebringen.«

Der Band enthält Studien, Duette und Ensemblestücke. Er erscheint mit beigelegter CD, auf der die Stücke auch als music minus one zu hören sein werden, um dem Studierenden das Üben und Spielen der Stücke mit (und ohne) Partner zu ermöglichen.

Die Ensemblewerke können auch eine erste Bekanntschaft mit mikrotonalem Geigenspiel vermitteln. Diesen Teil habe ich als ViolinMicroMix gesondert eingespielt. Er ist auf einer CD enthalten, die im Sommer 2012 in der Zeit-Ton-Edition des ORF erschienen ist.

Derzeit arbeite ich parallel am 2. und 3. Band der Violinschule.

Auch meine Gemini Duette, die Studies for Strings und die Studies for Winds können unter einem pädagogischen Aspekt gesehen werden.