Diese Sammlung von kurzen Stücken für Bläser, die parallel zu den Studies for Strings op. 27 entstanden, wurde gleichermaßen für gehobene Unterrichtszwecke wie für den Konzertgebrauch mit seltenen Besetzungen konzipiert.

Die Sammlung hat die Opuszahl 29. Die darauf folgenden römischen Ziffern bezeichnen die Anzahl der Spieler (I = Solo, II = Duo, III = Trio, usw.), die Großbuchstaben die gleichen oder ungleichen Instrumente (A = gleiche Instrumente, B = ein anderes Instrument, C = zwei andere Instrumente, etc.), die arabischen Ziffern die Nummer des jeweiligen Stücks.

Zu diesen Studien gehört auch der integrierte Zyklus Perspektiven paralleler und gegenläufiger Prozesse, der in einem eigenen Eintrag dargestellt wird.

  

Studie "in drei verschiedenen Geschwindigkeiten" für Flöte, Altsaxophon in Es und Horn in F, op. 29 III F Nr. 1
komponiert in St. Pietro di Filetto und in Wien 2001
Aufführungsdauer: 1'42''
Uraufführung: 2001 durch das Ensemble Wiener Collage unter René Staar in Wien

Leicht könnte man versucht sein, die in verschiedenen Geschwindigkeiten ablaufenden Modelle dieser und anderer Studien mit den verschiedenen Bewegungsmustern der Studie für Cello und Kontrabass aus den Studies for Strings op. 27 gleichzusetzen. Doch ist der Unterschied darin zu sehen, dass in der Streicherstudie verschiedene Motive in verschiedenen Bewegungen ablaufen, wohingegen hier gleichartige Bewegungen in verschiedenen Tempi ablaufen. So gleich zu Beginn Tonwiederholungen, was im Horn Halbe sind, wird im Saxophon zu Vierteln und in der Flöte zu Achteln. Zu Beginn spielen alle Instrumente auf demselben eingestrichenen es. Aus diesem Grundmuster entwickelt sich ein Spiel mit Motiven und Linien in diesen vorgegebenen Geschwindigkeiten.

 

Studie "in drei verschiedenen Geschwindigkeiten" für Klarinette in B, Trompete in C und Posaune, op. 29 III F Nr. 2
komponiert in Wien und Salzburg 2001
Aufführungsdauer
: 1'50''
Uraufführung: 2001 durch das Ensemble Wiener Collage unter René Staar in Wien

Das Grundmuster dieser Studie in drei verschiedenen Geschwindigkeiten ist wesentlich komplexer. Den Duolen der Posaune werden hier Triolen der Trompete und Quintolen der Klarinette entgegengestellt. Hier sind es keine Tonwiederholungen, sondern in der Posaune geht das Stück von vereinzelten Ganztonschritten aus, wohingegen die Trompete hin und her schwenkt und die Klarinettequintolen oft durch die Wiederholung von einem der Töne geprägt werden. Im Laufe des Stücks vereinen sich immer mehrere dieser Zellen. Zusätzlich werden Zeitrelationen eingebaut, die das Stückchen auf eine sich ständig in alle Richtungen bewegende Ebene stellt.