Besetzung: für Flöte, Horn, Viola und Klavier
Uraufführung:
Aufführungsdauer:
ca. 8 Minuten


Colliding movements wurde in einer Periode der Transition in meinem Leben geschrieben. In einer Periode, die trotz der Notwendigkeit, wieder ständig in Österreich wohnhaft zu sein, noch nicht zu einer Konsolidierung der Lebensumstände geführt hatte.

Zu sehr waren meine Lebensbilder und -vorstellungen noch zwischen einem Leben in den Vereinigten Staaten, insbesondere in Kalifornien, wo ich 1988 unterrichtet hatte, in der Schweiz (wo ich bis 1986 wohnhaft war), Wien und weiteren potenziellen Möglichkeiten zerrissen.

In dieser Phase entstand dieses einsätzige, aber vielfach zergliederte Werk: geschrieben für ein kalifornisches Ensemble, dem es offensichtlich zu schwer war und das es nie gespielt hat – vielleicht auch einer der Gründe, die mich danach stärker an Wien gebunden haben.

Wieder in meinen Blick geraten, erscheint mir dieses Werk heute (2017) als eine sehr große Herausforderung für ein Kammerensemble. Es gehört zu einer Reihe von Werken (und Fragmenten), die ich zwischen Just an Accident? op. 9 (1983-85) und den Bagatellen auf den Namen György Ligeti op. 14/3 (1989-96) geschrieben habe, und in denen sich die Suche nach einem noch unbestimmten musikalischen Idiom auszudrücken scheint.

Es trägt sowohl die Erfahrung der Untersuchung verschiedener Intervalle (wie dies in meinen Structures op. 7 erstmals bewusst geschehen ist) in sich, wie eine Hinwendung zur rhythmischen Komplexität und Mikropolyphonie (die ich durch das Studium der Werke Ligetis kennengelernt hatte), erinnert in seiner Kleingliedrigkeit an Versuche einer Synthese zwischen einer quasi romantischen Affektiertheit und einer nüchternen Denkweise (wie z.B. in Da stehn wir mit Spiegeln ... und fangen auf op. 15 von 1985), kennt aber noch nicht jene harmonischen Überlegungen, die ich durch die Arbeit mit Akkorddispositionen bei den Bagatellen auf den Namen György Ligeti (1989-96) oder den Versunkenen Träumen für Streichquartett op. 22c (1993) entwickeln würde.

Man könnte dieses Werk der Transition formal vielleicht am besten als »Variationen ohne Thema« beschreiben, wobei aber gesagt werden muss, dass der überwiegend kontrapunktische Gehalt des Werks bereits einen Widerspruch dieser Charakteristik in sich birgt.

Eine genaue Analyse wie auch eine Uraufführung des Werkes bleiben der Zukunft vorbehalten. Ergänzen will ich nur, dass ich damals (1990) die Absicht hatte, dieser Komposition noch mindestens zwei weitere einsätzige »Movements« nachfolgen zu lassen ... auch hier wird es der Zukunft vorbehalten bleiben, ob sich diese Absicht noch realisieren lassen kann. (René Staar, 2017)