Besetzung: für zwei Gitarren
Uraufführung: 1988 bei den Kärntner Meisterkursen für Musik
Aufführungsdauer: ca. 10 Minuten

 

Die Prolegomeni waren das erste Werk, das ich während meines postgraduellen Studiums bei Roman Haubenstock-Ramati schrieb. Es entstand im April 1978 zu einer Zeit, als ich an der Musikhochschule Wien unterrichtete und zugleich mein Dirigierstudium abschloss.

In der Retrospektive macht das Stück, das aus zwei Teilen (Sätzen) besteht, den Eindruck einer leicht dahingeworfenen Bagatelle. Die Tonleiter – in einer unkonventionellen »Oktotonalität« – steht im Vordergrund, im Kontrast dazu tauchen Motivfetzen einer dieser zugrundeliegenden Harmoniereihe auf: vielleicht schon eine Vorahnung der Arbeitsweise des 1982-82 entstandenen Klaviertrios op. 11/1?

Rückblickend würde ich diese Prolegomini zu jenen Stücken zählen, die ein Komponist auf der Suche nach sich selbst schreibt, ja schreiben muss: es ist wichtig für seine Entwicklung, aber weniger wichtig für die Öffentlichkeit. Das gilt auch für die Fantasia per 4 Viole op. 5 und die Sonatine op. 2. Schon ungewöhnlichen Besetzungs-Entscheidungen (drei Klarinetten, zwei Gitarren und vier Bratschen) sind ein Hinweis darauf, dass hier nicht primär auf eine Aufführung abgezielt wurde, sondern kompositorische Möglichkeiten ausprobiert und ausgelotet wurden. (René Staar, Februar 2016)