Sei Pezzi per Cimbalom ungherese e Quartetto d’archi

 

Besetzung: ungarisches Cimbalom und Streichquartett
Aufführungsdauer: 25'

I             Leggiermente in sospeso
II            Allegretto giocoso
III           Allegro agitato
IV           Poco lento
V            Allegro vivace
VI           Poco vivo

Die sechs Stücke dieses Zyklus sind formal gleichartig angelegt. Ein lockerer Expositionsteil, der die Basis der harmonischen Bezüge des jeweiligen Satzes vorstellt, geht evolutionsartig in einen dichteren Teil über, der die grundsätzlichen Akkorde und ihre Abwandlungen kombiniert. Oder anders gesagt: In den Expositionsteilen werden Verbindungsmöglichkeiten zwischen zwei Akkorden dargestellt, die sich in den Kombinationsteilen zu Akkordketten erweitern, die alle gewissen Gesetzmäßigkeiten unterworfen sind.

Zu dieser formalen Einheitlichkeit tritt die Individualität der einzelnen Satzcharaktere.

Im ersten Stück umrahmen zarte Flageolettklänge ein Duo zwischen Cimbalom und Cello, während im fast unmerklich daraus hervorgehenden Teil die zunächst auf alle Spieler aufgeteilte Melodik in ein homophon gehaltenes Ende mündet, aus dem lediglich das Cimbalom durch eine stark rhythmische Artikulation hervorsticht.

Der Beginn des 2. Stücks wird hingegen durch tänzerische Impulse geprägt, wobei die beiden Violinen das Geschehen bestimmen. Der zweite, evolutionäre Teil verdreht die Rhythmik in mannigfacher Weise und verlagert das Gewicht mehr und mehr auf das Cimbalom.

Auch das 3. Stück ist vor allem tänzerisch geprägt, wobei das Cimbalom in stets neuen Schüben einer Kadenz zustrebt, die einer abschließenden Stretta den Boden bereitet.

Das 4. Stück sucht vor allem das Klangbild der ungewöhnlichen Besetzung auszuleuchten, indem es die homophon akkordischen Strukturen zu dramatischen, aber auch klanglich raffinierteren Gebilden verdichtet.

Das 5. Stück kontrastiert duellierende Teile von Violine und Cimbalom mit einer Diversifikation der anderen Stimmen, die meist Bestandteil der Harmonik sind, zuweilen aber auch wichtige eigene Impulse zu setzen suchen.

Das letzte Stück beginnt mit blockartigen, ineinander verschränkten Doppelgriff-Rhythmen, aus der sich pulsierende Elemente herauslösen. Impuls und Klangfläche bilden dabei das Ende des Werks.

Insgesamt bauen die »Evoluzioni« auf homophone Strukturen auf, die allerdings durch unorthodoxe Verfahren ein Fenster auf eine große Palette kompositorischer Möglichkeiten und Kniffe eröffnen. Das Unerwartete setzt dabei überraschende Akzente in scheinbar vorausgeplanten formalen und harmonischen Dispositionen.