Besetzung: für Kammerensemble
Uraufführung von Cat Music I: 13. Februar 2000, Ensemble Wiener Collage unter der Leitung von René Staar in der Kölner Philharmonie (im Zyklus »Kammerensembles der Wiener Philharmoniker«)
Erstaufführung von Cat Music I und II: 24. Februar 2000, im Sendesaal des ORF durch das Ensemble Wiener Collage unter der Leitung von René Staar
Aufführungsdauer: jeweils ca. 7 Minuten

Notizen zum Werk:

Im Oktober 1998 erhielt der Komponist René Staar Gelegenheit zur Beobachtung des Lebens zweier Katzen: zwei russisch-blaue Katzen zogen in die Wohnung am Franz Josefskai ein und veränderten das Leben gründlich, so gründlich, dass der Entschluss, eine »Cat Music« for Mischa, Larissa and their cat-mommy Donna zu schreiben, raschest verwirklicht werden musste. Die Kölner Philharmonie willigte ein, das Werk aus der Taufe zu heben, und der Österreichische Rundfunk wollte es gleich danach in Wien präsentieren.

René Staar beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung neuer Harmoniefortschreitungen, mit anderen Worten: mit dem Modell einer zukunftsorientierten Harmonie- und Rhythmuslehre.

Strukturen dieser Forschungstätigkeit bilden den Ausgangspunkt für alle Werke, die Staar seit 1981 komponiert hat. Es liegt daher auf der Hand, dass extensive Vorbereitungsarbeiten vor jeder Neukomposition gemacht werden und so war das Material, das der Cat Music zugrundeliegt, wesentlich umfangreicher als vermutet, sodass der Komponist beschloss, einige Stücke mit diesem Titel zu schreiben. Die beiden ersten umfassen sechs kurze Sätze.

Die Sätze der Cat Music I sind von den ersten Tagen der jungen Katzen in ihrer neuen Umgebung inspiriert. »Door to a new world«, so heißt auch der erste Satz. Die Eroberung der neuen Heimat setzt hier ein und wird gefolgt von Sätzen wie »Cat nap«, »Sudden attack«, »Cat tag«, »Playful Pair« und »Mouse hunt«. Jeder kann sich wohl die Bedeutung der Sätze vorstellen. Hier wird auch die kompositorische Gestaltung des Werks deutlich sichtbar, bei der sich rhythmische Verschränktheit und Umpolung der Schwerpunkte, harmonische Dichte, kontrapunktische Durchführung die Waage halten.

Cat Music II mit den Sätzen »Morning roll on a chinese carpet«, »Bird watch«, »Leap-frog race«, »Hide and seek«, »Double trouble« und »Fly spies« ist das weitaus gewagtere Stück, mit schärfer kontrastierenden Teilen, schärferer Harmonik und schwierigeren Passagen.

Insgesamt jedoch gehören diese beiden Stücke zu den leichter verständlichen Werken des Komponisten.